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Tobias Burger

Liedermacher und Texter

Projekte » Sozial


Arbeit –

Die Initiative Jugendarbeit Neuruppin (e. V.) gründete sich 1990 mit dem Ziel, Jugendliche bei der beruflichen Orientierung und im Übergang von Schule in Beruf und Arbeit zu unterstützen.
Seit 1992 bin ich im Verein und Mitarbeiter im Unternehmen.
Besonderheit war und ist, dass von Beginn an daran gedacht und darauf hin gewirkt wurde, die Herangehensweise systemisch zu betrachten und die Umsetzung derart zu organisieren. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Proffesionen in den Bereichen Jugend- und Familienhilfe, Berufsvorbereitung und Berufsausbildung waren damit beschäftigt.

Mittlerweile ist die IJN in einer Neustuktuierung. Auftrags- und Beschäftigtenzahl sind halbiert. Neue Aufgaben und „Zielgruppen“ haben dazu geführt, dass die IJN heute ein divers tätiger Anbieter sozialer Dienstleistungen ist.
Zunehmend qualifizieren und engagieren wir uns z. B. für Angebote zur inklusiven Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Eine Ausbildung zum „Berater für Inklusionsprozesse“ habe ich im März 2015 abgeschlossen.

Inklusion ist ein spannendes Thema. Die Gedanken dazu und erst recht die Ansätze zur Umsetzung müssen und werden die Grundsätze der Leistungsgesellschaftsideologie in Frage stellen und an-greifen. Mir ist’s recht.
Ich bin für Teilhabegesellschaft vor Leisungsgesellschaft. Hier und überall in der Welt. Ausgleich. Weniger ist die Wirklichkeit, mehr jedoch ist möglich, wenn es nur gewollt wird.


Sozial –

Fest habe ich mich an die Idee gebunden, dass soziale Gerechtigkeit ein menschenmögliches Gebot und deshalb zu schaffen ist – jederzeit und überall.

Das maßvolle Nächstenliebe eher selbstverständlich verspottet, doch maßlose Vorteilsgier wie selbstverständlich nicht als psychosoziale Erkrankung eingeschätzt wird bezeugt einen Zeitgeist, der mir mehr Indizien für unseren hartnäckigen Bestand in der Nähe zur Abstammung aus Urzeiten als denn für eine alle Menschen würdigende sozialwerte Weiterentwicklung seither liefert.

Der gesamte wissenschaftlich-technische Fortschritt suggeriert zwar großartige Entwicklungen, aber ein genauso ernsthaft absichtliches, aufwändiges und selbstverständliches Streben nach ausgleichender Teilhabe weltweit wäre ein größerer, wahrhaft menschlicher Fortschritt.

Entwicklungshilfe für eine menschenmöglich gerechtere Ordnung ist ein Lebensanspruch für mich und ich meine daher, dass die entscheidende dazu in den Köpfen der Vorteilsgierigen zu leisten ist.

Es ist gut und heute aufgrund zahlreicher Hilfsinitiativen sowie des technischen Fortschritts vielerorts möglich, nach dem Lebenselixier Wasser zu graben.

In den Köpfen der Gierigen, die selbst damit noch Renditen erzielen wollen, nach dem Lebenselixier
„Soziale Gerechtigkeit“ zu graben, ist auch möglich und gut!


Pädagogik –

„Es gibt keine vernünftigere Erziehung als Vorbild zu sein, wenn es nicht anders geht, ein abschreckendes“
(Albert Einstein)

Dem kann ich aus jahrelanger Praxis zustimmen und einiges hinzuzufügen.

Ohne wirkliche Beziehung von Mensch zu Mensch kein Austausch.

Ohne Austausch keine ausgleichende Verständigung, keine Bildung und Förderung sozialer Entwicklung zu gerechterem Ausgleich.

Ausgleichendes Geben und An-Nehmen zwischen Alt und Jung, Frau und Mann, Kind und Eltern/Großeltern, Lehrer_in und Schüler, Starken und Schwachen, Armen und Reichen, zwischen den Völkern und Kontinenten, Kulturen, Religionen und Traditionen ist eine einfach mögliche Lösung für Entwicklung sozialer Gerechtigkeit und müllfreier Bildung.

Die von der Bürokratie immer noch vor wirklichen Reformen bewahrte Deutsche Variante der Bildung von Oben nach Unten ist nicht nur ungerecht, sie ist gerechtigkeits- und ressourcenfeindlich, denn sie verursacht unnötig Schäden bei vielen Schülerinnen und Schülern und hohe Folgekosten.

Seit über 20 Jahren teile ich meinen Arbeitsalltag mit „schulgescheiterten“ Jugendlichen.
Ganz überwiegend gelingt es, diese mit neuen Ansätzen fürs Lernen zu gewinnen.
Allerdings:
nach 10 Schuljahren Misserfolgstendenz ist mit paarmonatigen „Maßnahmen“ kaum mehr als ein Anstoß möglich.

Für eine nachhaltige Wende müssten sie früher in alternative Bildungsangebote wechseln und dann so lang wie nötig individuell unterstützt werden können.

Wo dies ausbleibt, da drehen sich die Betroffenen im Kreislauf des Scheiterns – z. B. in den „Aktivierungsmaßnahmen“ der Kommunalen Agenturen und Jobcenter.

Austausch als Bildungsansatz könnte Bildungschancen gleicher machen.

Menschenmöglich ist das.